Gesamtinstandsetzung Mülheimer Brücke, Köln

Zusammenfassung

Instandsetzung einer Stahlseil-Hängebrücke über den Rhein, Abbruch und Neubau der Rampenbauwerke auf beiden Rheinseiten, in mehreren Verkehrsphasen unter Aufrechterhaltung des Verkehrs

Das Projekt

Die Mülheimer Brücke überführt die Bundesstraße B51 inklusive seitlicher Geh- und Radwege sowie die KVB-Stadtbahnlinien 13 und 18 über den Rhein und verbindet die Kölner Stadtteile Mülheim und Riehl. Der gesamte Brückenzug hat eine Länge von ca. 950 m und besteht aus den nachfolgenden sieben Bauwerken (Aufzählung von linksrheinisch nach rechtsrheinisch), die im Hinblick auf den Straßenquerschnitt im Wesentlichen eine gleichartige Aufteilung aufweisen, sich hinsichtlich der Konstruktion jedoch deutlich unterscheiden:

  • Deichbrücke als vierfeldrige Stahlbrücke, Überbau Stahlträgerrost, ca. 94m lang
  • Trennpfeiler inkl. Treppenanlage aus Stahlbeton
  • Flutbrücke als zweifeldrige Stahlkonstruktion, ca. 116m lang
  • Links- bzw. rechtsrheinischer Ankerpfeiler als Endauflager der Strombrücke zur Aufnahme der Verankerungskräfte aus dem Tragkabel
  • Strombrücke als Hängebrücke mit Längs-, Quer-, und Lastverteilungsträgern aus Stahl mit zwei parallelen Tragkabeln über den Rhein, ca. 485m lang
  • Rechtsrheinische Rampe als 248m langes Rahmentragwerk mit drei Überführungsbauwerken in Stahlbetonbauweise mit daran anschließendem 127 m langes Stützbauwerk.

Die Mülheimer Brücke wurde ursprünglich in den Jahren 1927-1929 erbaut, dann jedoch am 14. Oktober 1944 durch einen Luftangriff zerstört. Der Neubau erfolgte in den Jahren 1949-1951. In diesem Zuge wurde die Strombrücke vollständig neu errichtet, die linksrheinische Deichbrücke bzw. die Flutbrücke sowie die rechtsrheinische Rampe wurden im Krieg ebenfalls stark beschädigt, konnten aber nach einer Instandsetzung und Verstärkung der Konstruktion erhalten und wieder in Betrieb genommen werden und sind damit heute fast 90 Jahre alt. In den Jahren 1974-1976 bzw. in den Jahren 1993-1996 fanden nochmals kleinere Umbauten an einzelnen Teilbauwerken statt. Im Zuge von Bauwerksprüfungen wurden zahlreiche Schäden an den Brückenbauwerken festgestellt, woraufhin die vorliegende Instandsetzung bzw. Ertüchtigung des Brückenzuges geplant wurde.

Leistungen im Detail

Deichbrücke: Vollständiger Ersatzneubau des Bauwerks als Verbundbrückenkonstruktion in , Tiefgründungen der neuen Stahlbeton-Pfeiler und -Widerlager mittels Mikropfählen.

Trennpfeiler: Instandsetzung des Trennpfeilers mit Ersatzneubau der Treppenanlagen

Flutbrücke: Erneuerung des Kragarmbereichs sowie Instandsetzung des Brückenbauwerks, hierbei auch vollständige Erneuerung des Korrosionsschutzes, Ertüchtigung / Verstärkung der Längssteifen an den Hauptträgern

Ankerpfeiler: Instandsetzung des rechts- und linksrheinischen Ankerpfeilers, Erneuerung der Fahrbahnplatte

Strombrücke: Ertüchtigung / Verstärkung des Überbaus durch Einbau neuer Fachwerklängsträger sowie anderer Maßnahmen, Erweiterung der Kragarme im Bereich der Pylone sowie Instandsetzung des Brückenbauwerks, hierbei auch vollständige Erneuerung des Korrosionsschutzes, Austausch sämtlicher Hängerseile

Rechtrheinische Rampe: Das Brückenbauwerk wird durch einen Ersatzneubau vollständig ausgetauscht, die östlich anschließenden Stützwandbereiche werden saniert. Sämtliche Tiefgründungen erfolgen mittels Mikropfählen und in Teilbereichen auch Großbohrpfählen.

Herausforderungen

Die Baumaßnahme erfolgt während der gesamten Bauzeit unter Verkehr, es ist – mit Ausnahme zeitlich sehr eng begrenzter Zeitfenster – lediglich die Sperrung einer Fahrspur je Fahrtrichtung möglich. Der Betrieb der Stadtbahn muss bis auf ein 19-wöchiges Zeitfenster, wo ein Schienenersatzverkehr eingerichtet wird, vollständig aufrecht erhalten bleiben. Hieraus resultieren entsprechende Vorgaben für die Verkehrsführung bzw. den Bauablauf, die zwingend einzuhalten sind.

Im Rahmen der Baumaßnahme sind zahlreiche Stoffe auszubauen, die nennenswerte Schadstoffgehalte aufweisen. Für den Umgang und die Entsorgung dieser belasteten und gefährlichen Stoffe sind entsprechende Schutzmaßnahmen beim Ausbau (Einrichten von Schwarz/Weiß-Bereichen, Arbeiten unter Vollschutz), beim Transport, der Zwischenlagerung sowie bei der Entsorgung erforderlich.

Nachhaltigkeit

Der Bauherr hat eine ökologische Baubegleitung eingerichtet. In Zusammenarbeit und Abstimmung mit der ökologischen Baubegleitung werden weitreichende Maßnahmen zum Schutz der Flora und Fauna umgesetzt. 

Standort Bachstraße 45
51063 Köln
Deutschland
Status in Bau
Bauvolumen (Wert unserer Leistungen) 115 Mio. EUR
Baubeginn Februar 2018
Fertigstellung Januar 2023
Auftraggeber Stadt Köln, Die Oberbürgermeisterin, Amt für Brücken und Stadtbahnbau
Projektleitung Implenia Construction GmbH, Niederlassung West
Planung Stadt Köln durch Inge Mülheimer Brücke (Leonhardt, Andrä und Partner & Arcadis)
Gesamt-Länge 950 m